Löwenstein Caro Hustenassistent: Meine Erfahrungen & wichtige Infos zur Atemhilfe bei ALS

Ich war vor Kurzem in der Lungenklinik Immenhausen (LKI) und wurde dort erstmals mit dem Löwenstein Caro Hustenassistenten versorgt. Vorher hatte ich über längere Zeit den CoughAssist E70 im Einsatz.

Der Wechsel hat für mich einen echten Unterschied gemacht – nicht nur technisch, sondern vor allem im Alltag. Bevor ich auf meine Erfahrungen eingehe, möchte ich dir kurz erklären, warum solche Geräte überhaupt so wichtig sind.

Warum man einen Hustenassistenten braucht

Caro Hustenassistent mit Touchscreen neben Philips Respironics CoughAssist E70 auf einem Bett – Atemhilfe-Geräte für ALS im VergleichWenn du ALS hast, verlierst du nach und nach die Muskelkraft – auch die Muskeln, die für das Atmen und Husten zuständig sind. Das bedeutet konkret: Du kannst irgendwann keinen richtigen Hustenstoß mehr erzeugen.

Und genau das ist ein Problem.

Normalerweise sorgt ein Hustenstoß dafür, dass Schleim aus den Atemwegen herauskommt. Wenn das nicht mehr funktioniert, bleibt das Sekret in der Lunge oder in den Bronchien. Das kann sich festsetzen und zu Infektionen oder Atemproblemen führen.

Ein Hustenassistent übernimmt diese Aufgabe. Das Gerät arbeitet mit Druckwechseln: Es bläst Luft in die Lunge und zieht sie dann schnell wieder heraus. Dadurch entsteht ein künstlicher Hustenstoß, der hilft, den Schleim zu lösen.

Für mich ist das kein Zusatzgerät, sondern ein zentraler Bestandteil meiner Versorgung.

Mein Setup: Was bei mir aktuell gut funktioniert

Mein aktuelles Setup ist sehr gut aufeinander abgestimmt und läuft stabil im Alltag.

Ich werde rund um die Uhr mit der Löwenstein Luisa beatmet. Dazu nutze ich den Aircon 1 zur Befeuchtung in der Nacht und den Aerogen Pro X für die Inhalation. Die Inhalation hilft dabei, den Schleim überhaupt erst zu lösen und flüssiger zu machen.

Der Hustenassistent ist dann der letzte Schritt. Er sorgt dafür, dass der gelöste Schleim auch wirklich aus den Atemwegen herauskommt.

Dieses Zusammenspiel ist entscheidend. Wenn ein Teil nicht gut funktioniert, merkt man das sofort.

Meine Erfahrungen mit dem Löwenstein Caro Hustenassistenten

Ich habe den Caro bisher zehn Tage getestet, und der Unterschied zum E70 ist für mich deutlich.

Der integrierte Akku ist für zuhause und unterwegs natürlich ein großer Vorteil, da ich den Caro unabhängig von einer Steckdose nutzen kann. Gerade wenn ich den Raum wechsle oder auch mal unterwegs bin, macht das im Alltag einen spürbaren Unterschied. Den E70 habe ich gar nicht erst unterwegs mitgenommen, da man sowieso keine Steckdose findet. Und selbst wenn, dann hätte ich nie im Café an der Theke mit meiner Pflegekraft gehustet, mit Publikum und im Rampenlicht. Daher musste ich beim kleinsten Anzeichen von schlechter Atmung wieder schnell heim. Mit dem Caro könnte ich jetzt zumindest bei uns im Auto abhusten – das gibt ein großes Gefühl der Sicherheit.

Beim E70 waren die Druckwechsel für mich oft sehr hart. Ich konnte nur begrenzte Druckwerte tolerieren, weil mir sonst schnell schlecht wurde. Höhere Einstellungen waren für mich kaum möglich. Deshalb musste ich vor der Anwendung oft Vomex nehmen, um die Übelkeit in den Griff zu bekommen.

Caro Hustenassistent mit Touchscreen und erklärten Funktionen wie Druckanzeige, Akku und Handschalter – Atemhilfe bei ALS im ÜberblickMit dem Caro ist das komplett anders. Die Druckwechsel sind viel gleichmäßiger und kontrollierter. Ich kann inzwischen höhere Drücke nutzen, ohne dass mir übel wird. Das hat einen direkten Einfluss auf die Wirksamkeit.

Ich brauche deutlich weniger Intervalle, um Schleim zu lösen. Und vor allem habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Atemwege wirklich frei sind und nicht noch „etwas zurückbleibt“.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die körperliche Belastung. Mit dem E70 war ich nach mehreren Durchgängen oft komplett erschöpft. Das hat sich angefühlt wie ein Marathon.

Mit dem Caro ist das deutlich besser. Die Anwendung kostet mich weniger Kraft und ist insgesamt viel angenehmer.

Was für mich im Alltag besonders wichtig ist: Seit ich den Caro nutze, habe ich morgens keine Luftnot mehr. Das war vorher ein echtes Thema. Außerdem kann man mich besser drehen und auch flacher lagern, ohne dass sofort Probleme mit der Atmung entstehen. Das erleichtert die Pflege enorm.

Auch für die Pflegekräfte gibt es einen Unterschied. Der Handschalter beim Caro hilft dabei, die Anwendung besser zu steuern, gerade wenn eine Person alleine mit mir arbeitet. Das macht die Situation deutlich entspannter.

Die Herausforderung mit der Krankenkasse

So positiv meine Erfahrungen sind, so schwierig ist oft der Weg dahin. Ich verstehe natürlich auch, dass jede Investition geprüft werden muss. Trotzdem schwierig.

In der Praxis muss man bei neuen Hilfsmitteln häufig erklären und begründen, warum ein vorhandenes Gerät nicht mehr ausreicht. Es wird oft nur darauf geschaut, ob bereits ein Hustenassistent vorhanden ist – nicht darauf, wie gut er funktioniert oder ob er noch zum aktuellen Zustand passt.

Bei einer Erkrankung wie ALS verändert sich die Situation aber ständig. Was vor einem Jahr noch funktioniert hat, kann heute schon nicht mehr ausreichend sein.

Das bedeutet für dich als Betroffener: Du musst dranbleiben, deine Situation gut erklären und dir Unterstützung von Ärzten holen. Ohne eine saubere Begründung wird es oft schwierig.

Mein persönliches Fazit: Für mich kein Weg mehr zurück

Der Caro Hustenassistent hat für mich einen spürbaren Unterschied gemacht.

Ich habe weniger Belastung, eine bessere Wirkung und vor allem mehr Sicherheit im Alltag. Dinge wie die morgendliche Luftnot haben sich deutlich verbessert. Auch die Pflege ist einfacher geworden. Somit ist das eine win-win Situation für alle Beteiligten.

Für mich ist klar: Ich möchte nicht mehr ohne den Caro sein. Ich werde alles dafür tun dieses Gerät zu behalten.

Deine Erfahrungen und mein ALS-Tagebuch

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der einen Hustenassistenten nutzt, schreib mir gerne deine Erfahrungen in die Kommentare. Der Austausch hilft enorm, gerade bei solchen Themen.

Wenn dir der Beitrag geholfen hat, teile ihn gerne mit anderen Betroffenen oder Angehörigen. Genau dafür schreibe ich hier.

Dieser Beitrag ist auch Teil meines persönlichen ALS-Tagebuchs. Ich dokumentiere hier, was funktioniert, was sich verändert und welche Lösungen mir im Alltag wirklich helfen.

Alex Inspire - Leben mit ALS

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Markus Weber
    10. April 2026 13:17

    Starker Beitrag, danke dir fürs Teilen deiner Erfahrungen!
    Ich finde besonders spannend, wie deutlich du den Unterschied zwischen dem alten Gerät und dem Caro beschreibst, gerade das Thema gleichmäßigere Druckwechsel und weniger Belastung klingt extrem relevant.

    Das bestätigt auch mein Gefühl, dass es bei solchen Hilfsmitteln nicht nur darum geht, ob man etwas hat, sondern ob es wirklich zum aktuellen Zustand passt. Viele unterschätzen, wie schnell sich die Situation bei ALS verändern kann.

    Auch der Punkt mit der Mobilität (Akku, Nutzung unterwegs und so) ist für mich ein echter Gamechanger, das bedeutet ja nicht nur mehr Komfort, sondern auch Sicherheit im Alltag.

    Danke dir für die Offenheit, genau solche Erfahrungsberichte helfen enorm bei Entscheidungen und auch im Austausch mit Ärzten und der Kasse.

    Antworten

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